Islay Whisky . Die Internetseite über die wunderschöne Insel Islay und ihre WhiskysIslay

Islay. Äußere Hebriden. Ungefähr 3.400 Einwohner.
Hier schaffen Torf, Malz und das Meer den besten Whisky.

Whisky, so rauchig wie ein Torffeuer

Whisky-Kennern gilt Islay als eine Art Heiliger Gral. Hier reifen die edelsten Single Malts. Nirgends bestimmen mehr Faktoren den Geschmack des Whiskys. Das vom Torf der Moore natürlich aromatisierte Wasser. Das über dem Rauch von Torffeuern geröstete Malz. Die Meeresbrise. Das Salzwasser, das mitunter sogar die Fässer umspült. Und sogar das Seegras, das die Flut immer wieder an die Außenwände der Warehouses heftet. Islay-Whiskys sind charakteristisch für ihren torfigen, rauchigen Geschmack.

Islay atmet Single Malt

Die Menschen hier sind überzeugt, dass ein handwerkliches,  lebendiges Produkt eine Seele hat. Es kündet vom Geist des Ortes, aus dem es kommt. Von den Menschen, die es erschaffen haben. Von der Erde, der Luft und dem Land, die es geprägt haben. Den Whiskybrennern von Islay gilt die Devise „Time is Money“ – aber nicht in ihrer turbokapitalistischen Interpretation, nach der Zeit Verschwendung ist. Auf Islay ist der Whiskey das Kapital, das sich vermehrt, je mehr Zeit man ihm gibt.

Nur Whisky auf Islay? Nein!

Außer Whisky gibt’s noch viele Gründe, Islay zu besuchen – zum Beispiel wegen seiner unvergleichlichen Vogelwelt. Alpenkrähen und Seeadler brüten hier. Die seltenen Kornweihen schätzen die Torfmoore ebenso wie die Whiskybrenner. Und im Winter suchen Weißwangengänse das milde Klima im Golfstrom. Die Keltenkreuze in Kidalton und Kilnare aus dem 5. Jahrhundert zeugen von frühchristlicher Besiedelung und auch die Wikinger hinterließen in Islay ihre architektonischen Spuren. Weiß gekalkte Häuser prägen den Baustil der Insel. Darin fügen sich auch die acht aktiven Destillen ein. Strahlend weiß schmiegen sich die Lagerhäuser an die Küstenlinien – in mannshohen Buchstaben versehen mit dem Namen der Brennerei. Lagavulin! Laphroaig! Bruichladdich! Leuchttürme zur Orientierung für Reisende in Sachen Single Malt.

Das Kidalton Cross: Im südlichen Teil der Insel, nicht weit entfernt von Ardbeg, steht dieses Wahrzeichen der Whiskyinsel Islay.

Islay. Acht Destillerien und eine Malzfabrik

Lagavulin

Lagavulin Destillery

Laphroiag

Laphroiag Destillery

Bunnahabhain

Bunnahabhain

Caol Ila

Caol Ila

Kilchoman

Kilchoman

Bruichladdich

Bruichladdich

Bowmore

Bowmore

Port Ellen Maltings

Port Ellen Maltings

Islay. Wilde Wellen in einer kleinen Meeresbucht bei Portnahaven.
Islay. Blick vom Kidalton Cross auf die Berge im Süden der Insel.

Die Großen Drei an Islays Südküste

Entlang der Südküste Islays reihen sich drei der ganz großen Namen aneinander. Laphroaig, Lagavulin und Ardbeg – eine Perlenkette der Whiskywelt. Die Inselregion war zu Beginn des 20. Jahrhunderts Schauplatz eines regelrechten Whisky-Kriegs. Die Brüder Donald und Alex Johnston gründeten hier 1815 die Brennerei Laphroaig. Ihr Vater hatte bereits in der Nachbarschaft eine Schwarzbrennerei betrieben, aus der Lagavulin hervorging. Doch beide Brennereien entwickelten sich zu verfeindeten „Geschwistern“. Schon in den 1870ern hatte der Laphroaig einen solchen Ruhm erreicht, dass die Brüder nicht länger die Hälfte ihres Ausstoßes als Blend-Whisky für Lagavulin liefern wollten. Sie kündigten schließlich die Lieferverträge. Der Konflikt gipfelte darin, dass Lagavulin den Brüdern die Wasserquelle blockierte und den Head-Brewer mit seinem kostbaren Insider-Wissen abwarb. Erst ein Gericht musste Lagavulin zwingen, die Wassergründe wieder freizugeben.

Eine Tour ins Torfmoor von Laphroaig

In Laphroaig heizt die Meeresbrise direkt durch die offene Tür das Torffeuer in den Kilns, den Brennöfen, an. Die nachströmende Seeluft verleiht dem Torfrauch ein einzigartiges Aroma. Zwölf Stunden röstet das Malz über diesem Rauch – immer aufmerksam beobachtet und von den Maltmen per Hand gewendet. Nur so gibt das Malz seinen Geschmack an den Biersud und später in der Brennblase an den Whisky ab. Den Torf für diese Feuer können Besucher bei Laphroaig auch selber stechen. Bei der „Water to Whisky“-Tour geht’s mit Gummistiefeln ins Moor. Die Brennerei ist auch eine Arche Noah für einen beinahe ausgestorbenen Beruf. Seit über 100 Jahren fertigen die Cooper (die Fassmacher) die Eichenfässer mit den gleichen Werkzeugen und nach der gleichen Methode. Eines dieser Fässer gehört dem britische Thronfolger Prince Charles, denn Laphroaig ist Hoflieferant des Prince of Wales. Alle paar Jahre schaut Charles auch persönlich zur Inspektion und Verkostung vorbei – letztmals zum 200. Geburtstag der Brennerei 2015.

Die Aroma-Reise von Lagavulin

Kein Islay-Whisky verkauft sich in den letzten Jahrzehnten besser als der Lagavulin 16. Kein anderer bekommt von Whisky-Kennern aus aller Welt mehr Preise. Das Lagerhaus an der Küste wurde von der See schon arg gebeutelt. Landseitig erreicht das Wasser aus dem Loch Shellum die Destille auf einem schnell fließenden Strom, der dadurch sehr viel Torf mitführt. Eine Warehouse-Demonstration mit dem Whisky-Meister Iain Mc Arthur gilt vielen Genießern als Höhepunkt einer Tour nach Islay. Der Experte führt seine Gäste auf eine Reise durch den Reife-Prozess und die Vielfalt der Aromen.

Panorama-Blick in Caol Ila

Die Brennerei Caol Ila nahe Port Askaig führt den „Sound of Islay“ sogar im Namen – allerdings auf gälisch. Die Brennerei produziert mehr Whisky als alle anderen Destillen auf Islay zusammen. Die riesigen Panoramafenster des Still-House erlauben einen atemberaubenden Blick über den Islay-Sund und auf die Nachbarinsel Jura – besonders auf drei charakteristische Hügel, die ihrer Form wegen den Namen „Die Brüste von Jura“ bekamen.

Der Biss in den Torfbrocken in Bruichladdich

Die meisten Brennereien Islays entwickelten sich einst aus Farmen. Doch im frühen 19. Jahrhundert entdeckten die Menschen hier, dass die Whisky-Brennerei profitabler ist, als die Rinderzucht. Statt nur die unverfütterte Gerste zu Whisky zu brennen, ließ man die Rinder gleich ganz weg. Bruichladdich jedoch planten und bauten die drei Harvey-Brüder 1887 von Anfang an als Brennerei. Ihr Vermächtnis ist eine bis heute beinahe unveränderte Ausstattung. Robert Harvey erwies sich damals als weitsichtiger Designer. Er plante eine effiziente Manufaktur, in der alle Bereiche in ihren Proportionen perfekt aufeinander abgestimmt sind. Als technische Meisterleistung dieser Zeit leistet bis auf den heutigen Tag die „Boby Mill“ unermüdlich ihre Arbeit. Breite lederne Transmissions-Riemen treiben die Mühle und auch Getreide-Aufzüge an und erzeugen einen hypnotisch-musikalischen Rhythmus. Bis heute erreicht die „Boby Mill“ einen erstaunlichen Grad an Feinheit. Möge sie noch lange halten. Denn es gab nur einen einzigen Mann im Land, der das Handwerks beherrschte, die „Boby Mill“ zu restaurieren – er starb zwei Wochen nach der letzten Instandsetzung.

Die Brennerei Bruichladdich produzierte mit ihrer Serie „Octomore“ den torfigsten Whisky der Welt mit einem Phenolgehalt von bis zu 169 ppm (parts per million). Im Vergleich zu einem Laphroaig (35 ppm) oder Ardbeg (40 ppm) ist das schon einem herzhaften Biss in einen Torf-Brikett vergleichbar. Der Name „Octomore“ ist eine Reminiszenz an eine geschlossene Destille im nahen Port Charlotte. Teile dieser Destille überlebten als Octomore Farm. Sie ist das Wohnhaus des Leuchtturmwärters, Feuerwehrmannes und Rettungsbootführers – auf Islay haben die Menschen mitunter mehrere Berufe.

Bruichladdich bietet den wahrscheinlich exklusivsten Service an, den man sich als Whisky-Liebhaber wünschen kann – ein eigenes Fass. Sie bestimmen über Größe und Lagerdauer und sogar über den Torfgehalt des Inhalts.

Die weiße Perle von Bowmore

Die Brennerei Bowmore von 1779 ist die älteste auf Islay und eine der ältesten Schottlands. Die Queen persönlich hat hier seit 1980 ihr eigenes Whisky-Fass. Bei Flut stehen die spanischen Sherry-Fässer im Warehouse bis zu 1,5 Meter tief im Salzwasser. Die starken Westwinde an der Meeresbucht Loch Indaal prägen das Aroma zusätzlich. Die Brennerei fügt sich perfekt in das Ensemble der weiß getünchten Häuser des Insel-Hauptdorfs Bowmore mit seinem winzigen steinernen Hafen. Wahrzeichen des Ortes ist die Bowmore Round Church. Von ihrem Turm aus genießt man einen wundervollen Blick und sieht dabei vielleicht sogar die Delfine draußen im Loch Indaal springen. Als „tailored“ – maßgeschneidert – gilt die Craftmans Tour, die sogar ins Allerheiligste der Brennerei führt – das historische Gewölbe.

 

Wohnen auf Islay und beste Reisezeit

Whisky-Liebhaber möchten am liebsten mit dem Duft von Torf und Angels Share einschlafen. In Bowmore warten die Distillery Cottages nur einen Steinwurf von der Brennerei entfernt auf Gäste. Im Zimmerpreis ist eine Flasche Bowmore 12 inbegriffen. Die Whisky-Brenner von Ardbeg laden Gäste ins Seaview Cottage im Herzen der Destille. Das ehemalige Wohnhaus des Managers ist die ultimative Ardbeg-Residenz.

Jedes Jahr im Mai lockt das Islay Festival of Malt and Music viele Fans. Zum sogenannten „Feis Ile“ präsentieren die Destillen auch stets exklusive Sonderabfüllungen, teilweise sogar als „Single Cask“.

Anreise

Mit dem Flugzeug erreicht man den kleinen Inselflughafen in gut einer halben Stunde von Glasgow. Fähren verkehren von der Halbinsel Kintyre nach Port Ellen und Port Askaig. Von Port Askaig gibt’s auch eine Fähre auf die Nachbarinsel Jura.

Bild: Islay. Schriftzug aus Steinen gelegt am Big Beach bei Port Ellen / Kintra

 

Islay Westering Home

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